Was ist eine Verrechnungspreisdatenbank?
Eine Verrechnungspreisdatenbank ist eine strukturierte Quelle für Finanz- und Unternehmensdaten, die dazu dient, vergleichbare Unternehmen, Transaktionen und Gewinnkennzahlen für Verrechnungspreisanalysen zu identifizieren. Sie unterstützt das Benchmarking gemäß dem Fremdvergleichsgrundsatz, indem sie standardisierte Informationen bereitstellt, die Steuerberater bei der Ermittlung und Verteidigung von Verrechnungspreisen prüfen, analysieren und dokumentieren können.
Verrechnungspreisvorschriften
Finanzbehörden prüfen häufig die Angemessenheit von Verrechnungspreisen. Daher verlangen sie eine Dokumentation, die die Angemessenheit der festgelegten Preise gemäß dem Fremdvergleichsgrundsatz belegt.
Die OECD-Verrechnungspreisleitlinien bilden den internationalen Rahmen für die Anwendung des Fremdvergleichsgrundsatzes auf grenzüberschreitende Transaktionen zwischen verbundenen Unternehmen. Die OECD führt zudem Länderprofile zu Verrechnungspreisen mit Informationen zu nationalen Regelungen für Verrechnungspreismethoden, Vergleichbarkeitsanalysen und Dokumentationspflichten.
Diese Vorschriften umfassen auch Dokumentationspflichten, die laufend verschärft werden. Für Unternehmen bedeutet dies eine stetige Zunahme der Berichtspflichten.
Dokumentationspflichten
Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, Verrechnungspreisdokumentationen zu erstellen. Diese Dokumentation, die häufig auf Daten aus spezialisierten Datenbanken basiert, ist entscheidend, um die Angemessenheit der Verrechnungspreise nachzuweisen.
Die spezifischen Anforderungen an diese Dokumentation variieren je nach gewählter Verrechnungspreismethode.
Diese Dokumente werden auch als Benchmark-Analysen bezeichnet und müssen im Rahmen von Betriebsprüfungen vorgelegt werden. Die Akzeptanz dieser Analysen durch die Finanzbehörden kann erhebliche steuerliche Auswirkungen haben. Wenn die Behörden die von den Unternehmen vorgelegten Zahlen ablehnen, kann dies zu erheblichen Steuernachzahlungen führen.
Ein wesentlicher Bestandteil einer solchen Dokumentation ist der sogenannte Profit Level Indicator (PLI). Er dient als finanzielle Grundlage für viele Benchmark-Analysen im Bereich der Verrechnungspreise und ist daher für deren Genauigkeit unerlässlich.
Der Dokumentationsrahmen der OECD betont die Bedeutung von Informationen, die die Verrechnungspreismethode und die Vergleichbarkeitsanalyse stützen (OECD, 2014).
Verhandlungen mit Finanzbehörden
Die Zahlen in der Verrechnungspreisdokumentation, die häufig aus Datenbanken stammen, bilden oft den Mittelpunkt der Diskussionen mit den Finanzbehörden. Diese Zahlen wirken sich direkt auf die Höhe der in der jeweiligen Jurisdiktion zu zahlenden Steuern aus.
Unternehmen sind naturgemäß bestrebt, ihre Steuerlast zu minimieren, während Finanzbehörden sicherstellen wollen, dass die steuerpflichtigen Gewinne im Einklang mit dem Fremdvergleichsgrundsatz verteilt werden.
Die Verhandlungen zwischen Unternehmen und Finanzbehörden können mühsam sein und werden oft als „Feilschen“, „Kuhhandel“ oder „Basar“ bezeichnet.
Unabhängig davon, ob die Daten von den Finanzbehörden akzeptiert werden, muss das steuerpflichtige Unternehmen seinen Dokumentationspflichten nachkommen. Dies erfordert die Erstellung einer Verrechnungspreisdokumentation, die geeignete Vergleichsdaten enthält.
Die Nichteinhaltung dieser Verpflichtungen kann die Position des Steuerpflichtigen in Diskussionen mit den Finanzbehörden erheblich schwächen. Verhandlungen sind jedoch nicht immer notwendig; die Finanzbehörden akzeptieren die Daten möglicherweise auch einfach so.
Ein schneller und kosteneffizienter Weg, die erforderlichen Daten zu ermitteln und die Dokumentationsanforderungen zu erfüllen, ist die Nutzung der smartZebra Transfer Pricing Pro Datenbank.
Darüber hinaus enthalten auch andere Datenbanken verschiedener Anbieter Benchmarks und Gewinnkennzahlen.
Vergleich von Datenbankanbietern für Verrechnungspreise
Diese Datenbanken unterscheiden sich vor allem hinsichtlich Preisgestaltung, Benutzerfreundlichkeit, Datenabdeckung und der Verfügbarkeit von Informationen über private, d. h. nicht börsennotierte Unternehmen.
Die Zulässigkeit der Verwendung von Benchmarks, die von börsennotierten und/oder privaten Unternehmen abgeleitet wurden, hängt von zwei Faktoren ab:
- Die Länder, deren Finanzbehörden involviert sind. Manche Jurisdiktionen legen möglicherweise einen stärkeren Fokus auf Benchmarks, die auf Privatunternehmen basieren, während andere Daten börsennotierter Unternehmen akzeptieren. Die geltenden lokalen Vorschriften und die Praxis der Finanzbehörden müssen daher berücksichtigt werden.
- Der Zweck der Analyse. Eine Datenbankanalyse kann intern als erste Einschätzung und Orientierungshilfe für den Mandanten dienen oder als Teil einer Dokumentation, die einer Prüfung durch die Finanzbehörden standhalten muss. Der erforderliche Grad an Datentiefe und Dokumentation hängt daher vom Zweck der Analyse ab.
Große amerikanische Anbieter stellen relevante Unternehmens- und Finanzdaten im Rahmen umfassender Datenplattformen bereit. Der enorme Umfang ihrer zusätzlichen Datenangebote spiegelt sich in den Anschaffungskosten wider, die beträchtlich sein können.
Anbietervergleich
Hinweis: Die oben genannten Anbieterbeschreibungen spiegeln die für diesen Artikel relevante Positionierung und den Umfang wider; Datenbankabdeckung, Preisgestaltung und Produktfunktionalität können sich im Laufe der Zeit ändern und sollten beim jeweiligen Anbieter überprüft werden.
Für Bureau van Dijkist ein Update zum aktuellen Unternehmenskontext sinnvoll: BvD wurde Teil von Moody’s, und Orbis wird nun von Moody’s als globale Ressource für Vergleichsdaten präsentiert, die sowohl Privatunternehmen als auch börsennotierte Firmen abdeckt. Moody’s gibt aktuell an, dass Orbis Informationen zu mehr als 635 Millionen Unternehmen enthält und zudem spezielle Funktionen für Steuern und Verrechnungspreise bietet.
Die Wahl der richtigen Verrechnungspreis-Datenbank
Die Wahl der Datenbank sollte nicht allein auf der Anzahl der Unternehmen basieren. Für Steuerberater sind folgende Fragen entscheidend:
- Enthält die Datenbank Privatunternehmen wo dies aufgrund der Zuständigkeit und Analyse erforderlich ist?
- Können Unternehmen nach der entsprechenden Branche, Geografie und dem Funktionsprofil gefiltert werden?
- Sind die Finanzdaten detailliert genug, um die erforderlichen Gewinnkennzahlen?
- Kann die zugrunde liegende Finanzinformation bis zur Originalquellezurückverfolgt werden?
- Können der Auswahlprozess und die daraus resultierende Vergleichsgruppe dokumentiert und reproduziert werden?
- Bietet die Datenbank eine ausreichende Abdeckung für die in die Analyse einbezogenen Länder?
- Ist die Plattform dem Zweck der Analyse und dem erforderlichen Grad der Verteidigungsfähigkeit gegenüber Finanzbehörden angemessen?
Der aktuelle Verrechnungspreisrahmen der OECD stellt die Vergleichbarkeitsanalyse in den Mittelpunkt der Anwendung des Fremdvergleichsgrundsatzes, wodurch die Qualität und Relevanz der zugrunde liegenden Vergleichsdaten besonders wichtig wird (OECD, 2022).
Datenbank für Verrechnungspreise – Fazit
Während etablierte Anbieter wie Bloomberg, Capital IQ, Refinitiv und Orbis weiterhin als umfassende Datenplattformen dienen, bieten spezialisiertere Alternativen Steuerberatern einen anderen Mehrwert.
Diese Alternativen können kosteneffizienter sein und bieten gleichzeitig einen gezielten Fokus auf die für das Benchmarking von Verrechnungspreisen erforderlichen Daten.
Die Benutzerfreundlichkeit spezialisierter Datenbanken kann Steuerberatern dabei helfen, die für die Verrechnungspreisdokumentation notwendigen Daten effizienter zu erstellen. Die richtige Wahl hängt letztlich von der benötigten Datenabdeckung, der jeweiligen Jurisdiktion, der Verrechnungspreismethode und dem erforderlichen Dokumentationsgrad ab.
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Referenzen
- OECD (2022). OECD-Verrechnungspreisleitlinien für multinationale Unternehmen und Steuerverwaltungen 2022.OECD Publishing, Paris. Die Leitlinien bilden den internationalen Rahmen für die Anwendung des Fremdvergleichsgrundsatzes auf Transaktionen zwischen verbundenen Unternehmen. https://www.oecd.org/en/publications/oecd-transfer-pricing-guidelines-for-multinational-enterprises-and-tax-administrations-2022_0e655865-en.html
- OECD. Länderprofile zu Verrechnungspreisen. Die Länderprofile fassen die nationalen Verrechnungspreisvorschriften zusammen, einschließlich des Fremdvergleichsgrundsatzes, der Verrechnungspreismethoden, der Vergleichbarkeitsanalysen und der Dokumentationsanforderungen. https://www.oecd.org/en/topics/sub-issues/transfer-pricing/transfer-pricing-country-profiles.html
- OECD (2022). OECD-Verrechnungspreisleitlinien für multinationale Unternehmen und Steuerverwaltungen 2022— Deutschsprachige Ausgabe. https://www.oecd.org/de/publications/2022/01/oecd-transfer-pricing-guidelines-for-multinational-enterprises-and-tax-administrations-2022_57104b3a.html




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