Ewige Rente: Investitionen und Abschreibungen

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Bei der DCF-Bewertung ist das Verhältnis zwischen Investitionsausgaben und Abschreibungen entscheidend für die Bestimmung des Cashflows in der ewigen Rente. Die Gleichsetzung beider Größen kann den Unternehmenswert verzerren, da Investitionen die aktuellen Wiederbeschaffungskosten widerspiegeln, während Abschreibungen auf historischen Anschaffungskosten basieren. Diese Diskrepanz vergrößert sich bei längeren Nutzungsdauern, steigenden Beschaffungspreisen und hoher Anlagenintensität, weshalb präzise Annahmen für eine verlässliche Bewertung unerlässlich sind.
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Peter Schmitz
am
3.12.19
Gründer und Geschäftsführer der smartZebra GmbH. Zuvor war Peter Leiter des Bereichs Unternehmensbewertung bei der Deutschen Bahn (DB) AG und als Berater bei ACXIT Capital Partners tätig.

Bedeutung des Cashflows in der ewigen Rente

Der Cashflow der „ewigen Rente“ gilt im Rahmen der DCF-Bewertung als ein äußerst wertsensitiver Parameter. Dieser wird unter anderem durch die Höhe der nachhaltigen Investitionen bestimmt. Abschreibungen haben eine Sekundärwirkung: Obwohl sie zunächst zahlungsunwirksam sind, entsteht ein bewertungsrelevanter Cash-Effekt über die Steuerentlastung.

Investitionen und Abschreibungen: Ein häufiger Fehler

Häufig werden Investitionen und Abschreibungen in der ewigen Rente in gleicher Höhe angesetzt. Dies ist in der Regel falsch. Der leicht nachvollziehbare Grund hierfür liegt darin, dass Investitionen zu aktuellen Beschaffungskosten erfolgen, während Abschreibungen historische Kosten widerspiegeln. Beide Kostengrößen sind bei Preissteigerungsraten > 0 nicht identisch.

Faustregel zur Differenz

Eine Faustregel für die Differenz zwischen Investitionen und Abschreibungen lautet: AfA-Dauer / 2 * Preissteigerung. Bei Anlagegegenständen mit einer Nutzungsdauer von 20 Jahren und einer durchschnittlichen Preissteigerung von 2 % p.a. liegen die Investitionen also um ~ 20 % über den Abschreibungen. Dieser Sachverhalt gilt grundsätzlich immer und nicht nur für die „ewige Rente“.

Bedeutung für Bewerter

Für Bewerter ist die Kenntnis dieses Effekts deshalb wichtig, weil die Finanzplanung in der Regel durch den Auftraggeber und/oder die Geschäftsführung bereitgestellt wird, die Festlegung der ewigen Rente hingegen originäre Aufgabe des Bewerters ist. Eine Vernachlässigung dieses Effekts führt zu einer Überbewertung aufgrund der überschätzten Abschreibung und der daraus resultierenden Steuerentlastung.

Kernaussage

Investitionen sollten Wiederbeschaffungskosten widerspiegeln, Abschreibungen hingegen historische Kosten. Typischer Fehler: Investitionen und Abschreibungen werden in gleicher Höhe angesetzt.

Take-aways

  • Hohe durchschnittliche Nutzungsdauer des Anlagevermögens: Vergrößert die Schere zwischen Investitionen und Abschreibungen.
  • Entwicklung der Beschaffungspreise: Ein wesentlicher Einflussfaktor auf die Differenz zwischen Investitionen und Abschreibungen.
  • Hohe Anlagenintensität des Bewertungsobjekts: Bei einem vergleichsweise hohen Anteil der Abschreibungskosten an den Gesamtkosten des Bewertungsobjekts hat dieser Effekt signifikanten Einfluss auf die Wertbestimmung.

Wrap it up!

Die Differenz zwischen Investitionen und Abschreibungen ist ein kritischer Faktor in der DCF-Bewertung, insbesondere bei der ewigen Rente. Durch die Berücksichtigung aktueller Beschaffungskosten für Investitionen und historischer Kosten für Abschreibungen wird eine realistische und genaue Bewertung sichergestellt. smartZebra’s Tools und Expertise können dabei helfen, diese komplexen Bewertungsprozesse effizient und präzise durchzuführen.

Fragen & Antworten

Warum ist es falsch, Investitionen und Abschreibungen in gleicher Höhe anzusetzen?

Investitionen erfolgen zu aktuellen Beschaffungskosten, während Abschreibungen historische Kosten widerspiegeln. Bei positiven Preissteigerungsraten sind diese Kostengrößen nicht identisch, was zu falschen Bewertungsannahmen führen kann.

Was ist die Faustregel zur Differenz zwischen Investitionen und Abschreibungen?

Die Faustregel lautet: AfA-Dauer / 2 * Preissteigerung. Diese Formel hilft, die Differenz zwischen aktuellen Investitionskosten und historischen Abschreibungskosten zu bestimmen.

Wie beeinflusst die Nutzungsdauer des Anlagevermögens die Bewertung?

Eine längere durchschnittliche Nutzungsdauer vergrößert die Differenz zwischen Investitionen und Abschreibungen, was bei der Bewertung berücksichtigt werden muss.

Welche Rolle spielt die Preissteigerungsrate?

Die Preissteigerungsrate beeinflusst die Differenz zwischen den aktuellen Kosten für Investitionen und den historischen Kosten für Abschreibungen, was entscheidend für die genaue Bewertung ist.

Wie kann smartZebra bei der Bewertung von Investitionen und Abschreibungen helfen?

smartZebra bietet Tools und Daten, die den komplexen Prozess der Bewertung von Investitionen und Abschreibungen vereinfachen, genaue Analysen ermöglichen und die Einhaltung von Compliance-Anforderungen sicherstellen.

Warum ist die Kenntnis dieses Effekts für Bewerter wichtig?

Bewerter müssen die Finanzplanung korrekt interpretieren und die ewige Rente präzise festlegen, um Überbewertungen aufgrund überschätzter Abschreibungen zu vermeiden.

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